Handmade Geschenke schenken

Wenn ich nähe bleibt es oft hier im Hause. Dafür werde ich meistens „verlegen gemustert“. Aussagen wie „oh dann kannst du sicher mal…!“ antworte ich gerne mit: „Du nein, leider nicht, denn es ist einfach zu zeitaufwändig. Und genau so eine Art Unikat würdest de mir eh nicht bezahlen wollen?!“ Dann folgen Fragen nach dem Preis und es ist meistens ruhig. Gelegentlich gibt es dann noch die flüchtigen Bekannten, die ständig darauf rumhacken, dass man jaaaa eh nur für sich näht.

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Mittlerweile stehe ich eigentlich über den Dingen. Aber am Anfang hab ich schon selbst an mir gezweifelt und gefragt, ob ich mir nicht doch noch die Zeit nehmen sollte. Abends einfach bis spät in die Nacht an Dingen sitzen, die nicht für mich bestimmt sind.
Meine Antwort war dann „nein“.

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Versteht mich nicht falsch. Ich nähe gerne und ich mache auch gern jemanden eine Freude! Aber ich nähe sowas von ungern auf Zwang und schon gar nicht mit irgendwelchen Vorgaben.

Genau aus diesem Grund werde ich wohl nicht ein solch „klassisches Gewerbe“ im Bereich Handmade führen können. Es würde meine kreative Seele einfach zu sehr belasten und ich verliere den Spaß an der Sache.

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Trotzdem gibt es, wie bereits erwähnt Momente beim Nähen, wo ich gerne verschenke und versuchen möchte anderen eine Freude zumachen.
Dabei plagen mich dann immer noch Selbstzweifel, ob der Gegenüber überhaupt die Arbeit mag oder es wertzuschätzen weiß. Habe ich sauber genug gearbeitet um es heraus geben zu können? Viele Dinge, um die ich mir dann Gedanken mache.

Bei diesem Stück hoffe ich ebenfalls, dass es der neuen Besitzerin gefällt. Die Idee zu dieser Lulla entstand glaube ich schon im Winter letzten Jahres. Das kleine Mädchen oben drauf in den letzten Tagen.
Das kleine handgenähmalte Mädchen ist sehr simpel gehalten und solle eher als charakteristischer Blickfang gelten, als vor Perfektion nur zu strotzen.

Die erste Abnahme haben natürlich wieder die Maine Coons gemacht. Eine kleine meditative Phase gefolgt von einem leichten geschnupper. TÜV bestanden, denn sie wollten sich gleich zum Kuscheln drauf legen.

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Nun werde ich die Überraschungskleidung ins Päckchen packen und hoffen, dass es gefällt und dann auch bald schon getragen werden kann.

Wie ist es denn unter meinen nicht gewerblichen Näherinnen und Nähern. Näht ihr gern für andere oder habt ihr vielleicht schon schlechte Erfahrungen damit gesammelt? Mich würde es einfach mal interessieren, wie es um eure Meinung steht.

Schnitt: Lulla von Schnittgeflüster
Stoffe:  Jersey- Sweat von Evli’s Needle

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17 Comments

  • Hallo Ebbi,

    ich sehe das genauso wie Du. Meine Freunde sehen Kleidungsstücke von mir und möchten sie gerne auch haben, sehen aber die Arbeit dahinter nicht – und können den Aufwand auch ganz einfach nicht verstehen. Und wenn ich Dinge verschenke geht es mir genauso wie Du. Man selbst ist eben doch sein größter Kritiker. Aber das Kleidchen ist super und auch das Bild darauf ist super schön geworden! 🙂 Die Beschenkte wird sich sicher wahnsinnig freuen!

    Liebe Grüße,
    Karen

    • Hi Karen,

      vielen lieben Dank für deine Worte!

      Ja es ist wirklich so. Auch wenn man ihnen grob vor Augen führt, was der Spaß kostet, wird man noch belächelt. Dabei spreche ich meist nur über das sichtbare Material.
      Wenn die ganzen Richtlinien auch noch aufgezählt werden, die man einhalten muss um gewerblich oder überhaupt rechtens verkaufen zu dürfen..
      … die meisten schalten dann einfach ab.

      Aber ich freue mich sehr, dass es dir gefällt und ich versichere dir, wenn es mich mit dem Fremdnähen überkommt, dann auch nur für Menschen die meinen Stil mögen.

      LIebe Grüße Ebbi

  • Das ist sehr schön geschrieben 🙂 Ich nähe eigentlich fast nur für meine Tochter, ganz selten was für mich und ab und zu auch mal ein Geschenk, wobei ich mich oft frage, ob es dem Beschenkten auch wirklich gefällt oder ob er/sie vielleicht denken könnte "ach, was Selbstgemachten – hatte wohl keine Lust/ kein Geld was zu kaufen". Denn viele sehen den Aufwand und alles dahinter gar nicht. Genauso mit der Frage "kannst du mir auch mal…?" Ich kann schlecht nein sagen und nähe diese Dinge ja auch gern für andere, aber – gerade, wenn es sich um Freunde oder Bekannte handelt – habe ich dann immer ein schlechtes Gewissen, Geld zu nehmen, selbst wenn sie fragen, was ich dafür will. Ich weiß nicht so recht, wieviel und ob man denn von Freunden überhaupt und so…

    • Hallo meine Liebe!

      genau "ach was selbstgemachtes…" Das kann auch immer noch dazu gedacht werden. Aber die meisten, die sich etwas wünschen oder bekommen, haben ja schon mal mit der Handmade Szene Kontakt aufgenommen und stehen da offener als früher entgegen. Es ist halt für sie auch immer dann leider eine Preisfrage.

      Du solltest entweder nein sagen oder zumindestens dir das Grundmaterial entlohnen lassen Schicke sie doch einfach mal los zum Stoffkaufen. Dann sehen sie die Preise und können sich so "günstig" ihr Shirt kaufen.

      Viele Grüße
      Ebbi

  • Liebe Ebbi,
    Ich sehe es genau so!
    Eine Zeit lang hatte ich ein Mietregal und da habe ich gemerkt, daß viele nicht im Ansatz wissen , wieviel Zeit und Liebe dahinter steckt!
    Das Resultat war daß ich ich kaum Lust hatte zum nähen!Da habe ich die Notbremse gezogen und benähen nur noch und eine liebe Freundin bekommt zum Geburtstag der Kinder was genähtes.
    Sonst niemand!
    Ich freute mich als eine kiga Mutter meinte sie findet es toll ,daß ich in die Kleidung meiner Kinder soviel Zeit Liebe und Geld stecke!das tat gut!
    Dein Geschenk ist wunderbar und wird toll ankommen!
    Liebe Grüße Tina

    • Genau Tina, wenn es keinen Spaß macht aufhörn, sonst quält man sich nur und das sehen einige in den gemachten Dingen.

      Ja es ist wirklich schön, wenn man solch ein Feedback bekommt. Ich werd dann auch immer total verlegen und weiß nicht wohin Aber im Grunde freue ich mich total.

      Ich sende dir viele Grüße
      Ebbi

  • ich habe ein Gewerbe, nähe aber kaum noch etwas gewerblich. Es macht mir keinen Spaß nach engen Vorgaben zu nähen und im schlimmsten Fall Sachen, die mir gar nicht gefallen. Ich habe das Glück einen tollen Job zu haben und daher auch nicht verkaufen zu müssen. was mir auch wirklich nicht einleuchtet ist das gewerbliche Anbieten von Nähteilen zu viel zu günstigen Preisen. Das macht leider den Markt kaputt. Individuelles und ordentliches Nähen hat nun mal seinen Preis!
    Ich stecke wirklich viel Zeit in meine Nähteile. Daher gibt es bei mir nur noch gebrauchtes meiner Kinder zu kaufen. Und damit kann ich mir mein Kreativität erhalten und das ist mir wichtig. LG Mandy

    • Mandy!

      Deine Sachen mit Hingabe für die Kleenen finde ich immer toll. Und genau das ist es. Man sieht es, dass es für dich ist, ein Unikat und nicht für irgend jemanden.

      Wenn du dieses genau so machen würdest, klar würden sich weniger finden, die es mögen (Gschmackssache) Aber die, die es wollen werden es heiß und innig lieben.

      Und ich denke das ist der Schlüssel zu allem für mich persönlich. Wenn ich irgendwann weise und alt bin *kicher* und immer noch Lust aufs Nähen habe, und dann gewerbliche verkaufen möchte.
      Es sind dann meine Sachen und mein Geschmack und wer es mag kauft es und weiß es werd zuschätzen und versucht nicht noch um den Preis zu falschen.

      Es gab ja neulich erst bei der Kollegen July von Tullebunt so einen Fall. Alle stehen auf ihre Sachen, wollen den Preis aber nicht zahlen und stacheln andere Kollegen für Kopien an. Eine Frechheit ist das und dann fangen sie noch an zu meckern, wenn der Kollege seinen eigenen Stil reinbringt und es nicht so aussieht wie das Original
      Da könnt ich die Wände hoch gehene!

  • Sehr schön geworden, und diese Nähmalerei, wow. Wie geht denn sowas? Ich stimme dir übrigens von ganzem Herzen zu. Ich mache es für meine Kids und für mich. Und vielleicht verschenke ich auch mal was (eher selten). DENN, ich selbst habe auch einen gewissen Anspruch, an die Klamotten, die ich kaufe, gerade dann wenn sie preislich etwas höher liegen. (Und selbst genähte Sachen sind nun mal keine Schnäppchen). Und diesen Anspruch, das würden dann meine Kunden auch von mir erwarten dürfen. Und ganz ehrlich – so sehen die genähten Sachen bei mir bei weitem nicht aus.Daher wird es auch bei mir nie in diese Richtung solch ein Gewerbe geben. Und unter Zwang und Vorgabe nähen – dann ist es ja nicht mehr meins. Ich war nur das ausführende Organ. Nee, no way. Jetzt kann ich bei den Kleidungsstücken von uns sagen, diese sind mit Herzblut angefertigt worden und auch nach meinen Ideen und nach Wünschen meiner Töchter. LG Sandra

    • Hallo Sandra,

      nähmalen im Grunde ist ganz einfach. Du suchst dir selber ein Motiv aus und malst es z.B. mit einem Zauberstift auf den Stoff (geht auch Freihand).
      Ein bisschen Stickvlies unter den Stoff und schon kann es losgehen. Wichtig ist das du mit (geht aber auch ohne) Stickfuß arbeitest und der Untertransportfuß runter gelassen ist. So kannst du das Stoffstück einfach selber nach links und rechts bewegen.
      Dem kreativen sind dann ab da keine Grenzen mehr gesetzt.

      Ne so ist es. Auch bei mir gibt es immer mal klein Schnitzer im Genähten. Sei es die OVI Naht oder viellicht das die Bündchen nicht genau auf Naht liegen.
      Aber genau sowas perfektes erwarte ich wenn jemand verkauft und meint er hat es drauf.
      Manchmal rolle ich die Augen, wenn ich auf den Handmade Basaren umher streife. Dann wird einem auch noch guter "günstiger" Stoff angeboten. Wo sie den Hersteller noch nicht einmal kennen, ich aber aus der Entfernung schon weiß dass dies nicht toll und qualitativ gut ist.

      Vielen lieben Dank, dass du dir Zeit genommen hast mir zu schreiben Sandra.

      Grüße und die besten Wünsche sende ich dir
      Ebbi

  • Liebe Ebbi

    Ein wirklich toller Beitrag. Mir geht das ganz ähnlich wie dir…. ich nähe nicht gewerblich. Viele in meinem Umfeld fragen mich, wieso nicht? Weil ich es nicht mag, unter druck zu stehen und nach vorgaben "Kreativ" zu sein. Das geht nicht und blockiert mich. Und damit werde ich nicht glücklich…

    Genähtes verschenken finde ich ebenfalls schwierig. Viele sehen nicht, wie viel Zeit darin steckt. Und falls doch kommt trotzdem der Satz: "Aber du machst das ja gerne!" Naja… momentan nähe ich praktisch nur für mich und meinen Zwerg, und das macht Spass 😀

    Liebe Grüsse
    Fenna

    • Genau Fenna!
      Bin da ganz bei dir.

      Es gibt vieles die für ein handmade Geschenk sprechen aber auch viel dagegen und noch vieles mehr (für mich) gegen ein Gewerbe.

      ich mag deine Sachen sehr und hoffe das du nie in ein Loch fällst.

      Bleib wie du bist.

  • Liebe ebbi,
    ein wunderschöner Post, den du da gerschienen hast. Ich verschenke seltenselbstgemachtes, einfach weil dJe beschenken es nicht zu schätzen wissen und denken man sei knapp bei Kasse, dass man die Geschenke jetzt schon Selbermachen muss….
    für meine Cousine Nähe ich oft Sachen, für die sie mir ordentlich entlohnt. Da wir einen sehr ähnlichen Geschmack haben ist das für mich überhaupt kein Problem. Sie liebt bedingungslos alles was ich mache!
    mach weiter so! Deine Sachen sind Schön!
    herzliche grüße
    eulelia's

  • Habe grade nochmal bei Charlotte Fingerhut reingeschaut und bin so auf dich gestoßen (eigentlich zum 2. Mal, aber beim ersten Mal hatte ich deine Seite nicht abonniert…). Jetzt aber schon 😉

    Ein toller Beitrag von dir, der mir ein wenig aus der Seele spricht. Denn ich nähe ebenfalls kaum für andere, zum Teil weil man sich nicht wirklich angemessen bezahlen lassen kann, zum anderen, weil ich weder die Zeit noch die Lust habe, nach Vorgaben zu nähen. Aus dem Grund nähe ich nur ab und an für gute Bekannte (von einer bekommen wir die gesamte Kinderkleidung) oder beste Freundinnen meiner Großen. Oder mal Babygeschenke, die gehen schnell und dienen ja auch dem Stoffabbau kleinerer Reststücke. Und wie du habe ich dann doch immer die leisen Zweifel, ob es gut genug genäht ist und gefällt.

    LG
    Corina

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